Im Jahr 1988 und im Alter von 16 Jahren las ich in einer Zeitschrift, daß im Programm des DDR Jugendradios DT64

eine Sendung existiert, welche sich mit elektronischer Musik beschäftigte - der Name dieser Sendung war "electronics".

Von dem Moderator Olaf Zimmermann wurden dort Titel und ganze Platten von TD, Kraftwerk, Depeche Mode, Yello,

Art of Noise, Mike Oldfield ( eine Spezialserie ) und vielen anderen vorgestellt. Leider, aber verständlicherweise, fehlte

natürlich eine ähnliche Rubrik wie "Das Gerät der Woche" der "Steckdose" und Zimmermann reichte zur damaligen

Zeit noch nicht mal ansatzweise an Wolfgang Layer heran.

Glücklicherweise entdeckte ich "electronics", kurz bevor eine LP Seite meines damaligen Gottes Jean-Michel Jarre

gesendet werden sollte ( Lyon 1987 ) - da fielen Geburtstag und alle Feiertage auf den kommenden Samstag, weil

ich zu diesem Zeitpunkt nur Oxygene, Equinoxe und China 1981 kannte. Die Studioversion von Magnetic Fields

oder gar die LP Zoolook ( heute von mir etwas boshaft "Testbericht des Fairlights" genannt ;) waren noch nicht in

meine Gehörgänge gedrungen.

Von diesem Zeitpunkt an schnitt ich fast alles von "electronics" auf meinem Tesla B730 Tonbandgerät mit und

investierte mein gesamtes Taschengeld in Tonbänder. Leider war zu dieser Zeit Bandmaterial heftig teuer, weshalb ich

auch vieles überspielte - darunter auch Interviews, welche ich in erster Linie in der Hoffnung aufnahm, technische

Infos über Synthesizer zu bekommen und nicht ahnen konnte, daß solche Tondokumente eines Tages gefragt sind.

Wirklich prägend war nur ziemlich wenig, so erinnere ich mich sehr gut an die Folge, in welcher die "Metropolitan

Suite" von Synergy gesendet wurde, an die beiden "electronics live" Konzerte in Halle 1988 und Dresden 1989, die

ich natürlich besuchte und an die "Kleine elektronische Nachtmusik", in welcher ich die Klaus Schulze LP "Dreams"

gewann und mich vor Vorfreude auf den Postboten im Kreis hüpfen ließ - immerhin, eine ganz offizielle Westplatte ;)

Die Zeit ging ins Land, die Wende kam, das Tesla wurde verkauft, das Interesse an den immer älter werdenden

Bändern ließ nach und fiel der Vergessenheit anheim, bis ich vor einigen Wochen einen Karton in der Ecke meines

Dachbodens fand.

Nachdem ich nun aus purer (N)ostalgie ein B730 ersteigerte und diese Bänder das erste Mal nach ca. 20 Jahren

wieder im Schnelldurchlauf durchhörte, stellte ich überrascht fest, daß darauf auch einige Interviews und Mitschnitte

des "electronics live" Konzertes in Halle erhalten sind.

Leider hat zwar die Qualität nachgelassen, liegt aber noch durchaus in akzeptablen Bereichen, weshalb ich

mich dazu entschlossen habe, diese Aufnahmen als MP3 ins Archiv aufzunehmen und in unregelmäßigen

Abständen zu veröffentlichen.

DT64 Klaus Schulze Interview 1988/89
Olaf Zimmermann und Klaus Schulze reden über "Irrlicht" und "Cyborg", über technische Möglichkeiten,

psychologische Effekte, einem eventuell geplanten Heavy Metal Album und einiges mehr.

Leider ist dieses Interview unvollständig, da das Tonband teilweise mit der Bolero LP vom "Blue Chip

Orchestra" überspielt wurde.

Die ( bekannten ) Titel wurden von mir mit Crossfades stark gekürzt, sämtliche Sprache ist unverändert.

13.5MB / 14.46min / stereo
DT64 electronics Klaus Schulze Interview.mp3
DT64 TD "Optical Race Special" Interview 1989
Von einem mehrteiligen Special sind leider nur Ausschnitte erhalten geblieben, in denen mit Edgar Froese

und Ralph Wadepfuhl, wie der Name schon sagt, über das Album "Optical Race" geredet wird.

Auch hier kürzte ich die vorgestellten Tracks, da sie jedem TD Fan ausreichend bekannt sein werden,

ließ aber natürlich jedes erhaltene Wort an seinem Platz.

Teil 1 mit 13MB / 14.12min / stereo
DT64 electronics TD Optical Race Special 1.mp3
Teil 2 mit 8.23MB / 8.59min / stereo
DT64 electronics TD Optical Race Special 2.mp3
DT64 Bernd Kistenmacher Werkstattgespräch 1989
Zumindest in der DDR in einem Atemzug mit Klaus Schulze oder TD genannt, spielte Bernd Kistenmacher 1989

in Dresden auf der Freilichtbühne "Junge Garde" u.a. mit Schulze, Pond und Servi. Ich hoffe, daß von diesem

Konzert ein Band erhalten ist, da ich mich noch erinnern kann, daß der komplette Mitschnitt in der "Vierten

kleinen elektronischen Nachtmusik" gesendet und von mir aufgenommen wurde.

Einige Wochen zuvor stellte Olaf Zimmermann im "Werkstattgespräch" Bernd Kistenmacher vor und unterhielt

sich mit ihm über Synthesizer, Covergestaltung und Arbeitsweise.

Zudem wird der erste Teil von der Planetariumaufführung "Ferne Ziele" gespielt und Rolf Trostel's "Dis Moll

Adagio" vorgestellt - ein Track, den ich schon vorher im Testbericht der Publison IM90 der "Steckdose"

hörte und welcher mir überaus gut gefiel.

Der zweite Teil dieses Interviews ist leider nicht vorhanden.

35MB / 38.15min / stereo
DT64 electronics Bernd Kistenmacher Werkstattgespräch 1.mp3
DT64 Johannes Schmoelling "The Zoo of Tranquility Special" 1988
Edgar Froeses Glücksgriff, denn laut vieler Fans hatte TD in der Besetzung Froese/Franke/Schmoelling die

kreativste Phase ihres Bestehens. Höchstwahrscheinlich war in dieser Phase die Arbeit klar aufgeteilt.

Froese war für Klangskulpturen zuständig, Franke war sowieso der "Gottkaiser des Sequencing" und

Schmoelling hat sein Wissen im Bereich Komposition, Harmonielehre und Kontrapunkt voll ausgespielt.

1986 stellte er seine erste und meiner Meinung nach gelungenste Solo LP "Wuivend Riet" vor, welcher 1988

die LP "The Zoo of Tranquility" folgte.

In diesem Interview ist eine Kurzfassung von Schmoellings Lebenslauf zu hören und es wird Näheres über

seine Inspirationsquelle "Moving Animals or The Zoo of Tranquility", ein Buch von Paul Spooner, berichtet.

Die ersten Sätze wurden leider überspielt, die Aufnahme ist verzerrt und die Klangqualität dementsprechend

ziemlich dürftig. Bei der vorgestellten LP handelt es sich natürlich um die 88er Version, welche ich aber

wegen des ausreichenden Bekanntheitsgrades in diesem MP3 gelöscht habe.

7.35MB / 8.02min / stereo
DT64 electronics Johannes Schmoelling The Zoo of Tranquility Special.mp3
Bereits einige Wochen zuvor angekündigt, war es am 23. September 1988 endlich soweit - DT64 organisierte

in einem Zirkuszelt in Halle an der Saale das erste "electronics live" Konzert mit den prominenten Gästen

Wolfgang Paulke (DDR), MIDI (DDR), Christian Kneisel und Daniel Wandke (Westberlin), Pond (DDR) und

Nik Tyndall (BRD).

Glücklicherweise wohnte ich damals in Halle und brauchte gerade mal eine zehnminütige Straßenbahnfahrt,

um den Ort des Geschehens ( natürlich zwei volle Stunden vor Konzertbeginn ) zu erreichen.

Nachdem ich nun lange vor dem offiziellen Einlass am Zirkuszelt stand und mit einer Gruppe Gleichaltriger

eine Zeitlang über Jarre, TD, Yello, Art of Noise und ( natürlich ) Depeche Mode "philosophierte", entdeckte

dieses Grüppchen den Seiteneingang des Zeltes, was natürlich sofort und hemmungslos, jedoch höchst

diszipliniert ausgenutzt wurde. Außerdem sicherte mir diese Herangehensweise einen Platz in der ersten

Reihe und damit eine wohlige Nähe zu dem von mir vergötterten, aber leider nur theoretisch bekannten

Instrumentarium. Hier nun der chronologisch korrekte Mitschnitt, welcher einige Wochen später in der

"Dritten kleinen elektronischen Nachtmusik" von DT64 "electronics" gesendet wurde.

Wolfgang Paulke war zwar hauptsächlich "Elektroniker", spielte allerdings zusätzlich noch E-Gitarre.

Eine eigene LP existiert zwar nicht, allerdings wurden einige seiner Stücke auf einer Amiga "Kleeblatt"

LP veröffentlicht.

Wenn ich meinen Erinnerungen trauen darf, spielte Paulke vorn rechts einen Sequential Circuits Sixtrak

nebst Drumtraks, einen Yamaha DX 7 - gesteuert wurde das Ganze von einem Commodore C64 ( wahr-

scheinlich ) mit CLABs Supertrack - und eine E-Gitarre. Die Klangqualität ist ziemlich schlecht - es

handelt sich immerhin um ein 20 Jahre altes Band, welches Kälte und Hitze ertragen mußte.

Nachtrag 28.11.2010

Wolfgang Paulke war so nett, mir einige Informationen zu geben und drei Bilder zu schicken.

Mit dem C64 und dem DX7 irrte ich mich. Wolfgang verwendete statt dessen einen Yamaha

CX5M Musikcomputer und einen Yamaha TX7. Hier nun die Equipmentliste:

Sequential Circuits Sixtrak, Sequential Circuits Drumtraks, Yamaha CX5M Music Computer

mit Composersoftware, Yamaha TX 7, Roland TB 303, Roland D 50, Yamaha RX 21L, Roland

SPV 355, MFB 712 Midi Drummer, MFB Sequencer und Moog Rouge.

13.4MB / 9.46min / stereo
DT64 electronics live Wolfgang Paulke 1988.mp3
Über dieses Elektronik Duo besitze ich leider keinerlei Informationen.

Mitte der 80er Jahre gab es zwar mit "Key" ein ähnliches Duo, von welchem sogar eine eigene Amiga

LP erschien, allerdings dürfte "MIDI" noch sehr viel unbekannter sein. Vielleicht habe ich Glück und ein

ehemaliges Mitglied stolpert über diese Seite und kann einige Informationen liefern ?

Auch an den Standort im Zelt kann ich mich nicht erinnern, Bestandteil des Equipments dürfte aber auch

hier der Standardsynthesizer jeder Profiband dieser Zeit, ein Yamaha DX 7, sein. Zudem halte ich es für

sehr wahrscheinlich, daß ein Drumcomputer der Yamaha RX Serie, damals auch ein Standard bei

"Elektronikern", zum Einsatz kam.

Nachtrag 28.11.2010

Jörn Kanitz - dieser Name kam mir sehr bekannt vor, als mich seine Email erreichte.

Kein Wunder, befinden sich doch seine "First Results" auf der "Looking East - East Germany"

CD von Erdenklang.

Jörn ist seit 1989 solistisch tätig und hat eine eigene Internetseite, auf welcher u.a. seine

kompletten "First Results" ( Part 1 - 4 ) erhältlich sind - mit Hörproben.

Bei "First Results" von 1989/90 frage ich mich manchmal, wie er das zu dieser Zeit so

realisieren konnte - es klingt wirklich ausnehmend gut. Ein wenig ist Jarre rauszuhören,

an anderen Stellen etwas Schulze - die beiden wären sowieso eine exotische Mischung.

Aber trotzdem ist und bleibt es ein eigener Stil, der mich schon damals ein wenig neidisch

dreinblicken ließ ;)

Übrigens wird noch heute von Jörn ein Emulator II eingesetzt - einer seiner Lieblinge.

Der Nächste bei Ebay ist meiner ...

23.7MB / 17.19min / stereo
DT64 electronics live MIDI 1988.mp3
Neue Sounds, welche nicht die typische Plastikfärbung der DDR Elektroniker wie Lakomy, Pond, Servi,

Key oder MIDI ab 1985 hatten, obwohl es dort auch Ausnahmen gab.

Verantwortlich dafür waren zwei, mir damals noch völlig unbekannte Keyboards namens "Emax".

Heute jedem Interessenten bekannt, handelt es sich dabei um den 12bit Nachfolger des E-MU Emulator II.

Da Kneisel und Wandke leider im hinteren Bereich der Bühne spielten, erkannte ich die sonst eingesetzten

Synthesizer leider nicht. Ein monochromer Monitor läßt aber auf einen Atari 1040ST mit SM124 schließen.

Besonders gefiel mir das vorletzte Stück, bei welchem u.a. gesampelte Bläser zum Einsatz kamen - das

gesamte Publikum begann mitzuswingen. Wem solche Sounds gefallen, sollte sich den Titel "West Side

Nights" der CD "Metropolitan Suite" von Synergy anhören. Dort ist ein, mit dem Emulator II gesampeltes

Saxophon zu hören - ein Sound, der mich immer wieder begeistern kann.

40.8MB / 29.44min / stereo
DT64 electronics live Kneisel Wandke 1988.mp3
Dieses Duo, 1988 bestehend aus Wolfgang Fuchs und Harald Wittkowski, gehörte neben Lakomy zu

den bekanntesten "Elektronikern" der DDR und veröffentlichte die zwei Amiga LPs "Planetenwind" 1984 und

"Auf der Seidenstrasse" 1986.

Leider kam es bei der Aufnahme zu einer Panne, weshalb in der 3.KEN nur die zwei Stücke "Jumbo" und

"Supernova" gesendet werden konnten. Leider habe ich fast keine Erinnerung an das Equipment, glaube aber

einen Commodore SX64 erkannt zu haben - eine Portableversion des C64.

Vielleicht stolpert Wolfgang Fuchs über diese Seite und korrigiert mich ...

Nachtrag 28.11.2010

Und Wolfgang "Paule" Fuchs ist gestolpert und hat mir ein POND Büchlein mit Widmung geschickt, in

welchem sein Werdegang beschrieben ist. Hochinteressant, spannend geschrieben ( wie kam man zu

DDR Zeiten an die benötigten Instrumente vom Klassenfeind ? ;) mit vielen Fotos und ... leider in einem

Rutsch durchgelesen. Das hätte ruhig die doppelt und dreifache Länge haben können.

Erhältlich ist dieses Buch auf der POND Internetseite www.ponderosa-records.de zusammen mit allen

alten und neuen Scheiben von POND.

In dem Kleinanzeigenteil der "Melodie&Rhythmus", der Musikzeitschrift in der DDR, wurde zwar ab und

zu ein Minimoog angeboten, woran ich mich selbst noch erinnern kann, aber wie um alles in der Welt

seid Ihr damals an einen Polymoog rangekommen ???

Im Jahre 1988 und in der Besetzung Fuchs / Wittkowski wurde folgendes Equipment benutzt:

Wolfgang "Paule" Fuchs: Roland System 100 Model 104 Sequencer + Roland Promars, ARP Odyssey

Harald Wittkowski: Moog Polymoog, Yamaha DX 7, Korg Poly 61, Crumar DS 2

Bei dem Drumcomputer dürfte es sich meiner Meinung nach um einen Sequential Circuits Drumtraks

handeln - klingt jedenfalls nach Drumtraks ...

13.5MB / 9.53min / stereo
DT64 electronics live POND 1988.mp3
Höchste Erwartungen in Nik Tyndall gesetzt, war ich doch etwas enttäuscht von seinem Auftritt und wäre

dabei fast eingeschlafen. Meditative 3.5 Akkord Elektronik in einer 45 Minuten Spanne ist nicht mein Fall.

Allerdings sah ich das erste Mal das System, welches zur damaligen Zeit in den Bereich der Mystik fiel.

Tyndall spielte nämlich links vorn auf der Bühne ein PPG System, bestehend aus Wave 2.3, PRK und

Waveterm B. Von diesem System war nur bekannt, daß es sich um eine Art "Minifairlight" handelte, mit

welchem einfach alles, wirklich ALLES möglich war oder zumindest alles möglich zu sein hatte.

Live war das aus heutiger Sicht auf keinen Fall. Ich vermute, daß ein DAT im Hintergrund lief und Tyndall

zusätzlich auf dem PPG improvisierte - ein verstecktes Rack konnte ich jedenfalls nicht entdecken.

Nach seinem Auftritt war das Konzert beendet und ich stellte überrascht fest, daß einige technisch

Interessierte daran gingen, die Bühne zu erklimmen, um danach ihre Fotoapparate zu zücken.

Leider habe ich den Fotoapparat zu Hause vergessen, allerdings sind solche "Leistungen" bei mir bis

heute alltäglich und völlig normal. Trotzdem war es ein unvergessliches Erlebnis, direkt vor einem

PPG System zu stehen, welches ich bis dahin selbst im Westfernsehen nur ein einziges Mal bei

einer Reportage über die Gruppe "Camouflage" für einige Sekunden sah.

Nachtrag 28.11.2010

Bei Nik Tyndalls Equipment hat mir mein Gedächtnis einen großen Streich gespielt.

Obwohl ich der festen Überzeugung war, daß er ein PPG System spielte - die Bilder haben sich

eingebrannt, selbst die Plasmakugel sehe ich noch vor mir - teilten mir Wolfgang Paulke und sein

Techniker mit, daß Nik Tyndall "nur" einen Roland D 50 spielte und ein großes Rack auf der

Bühne hatte. Wolfgang hat damals durch MIDI ( diesmal die Schnittstelle ;) sein Equipment mit dem

Tyndalls verbunden und per SysEx Daten ausgetauscht. Fragt sich, wo ich den PPG gesehen habe ...

55.5MB / 40.24min / stereo
DT64 electronics live Nik Tyndall 1988.mp3
Nachdem das erste DT64 electronics live Konzert 1988 in Halle/Saale ein riesiger Erfolg wurde, musste

eine Fortsetzung her, welche am 5. August 1989 auf der Freilichtbühne "Junge Garde" in Dresden stattfand.

Vor über 6000 Zuschauern gaben dort Pond (DDR), Bernd Kistenmacher (Westberlin), Servi (DDR) und

Klaus Schulze (Westberlin) ein Konzert.

Meinen Erinnerungen traue ich seit der Tyndall/PPG - Pleite sowieso nicht mehr, trotzdem hier ein Versuch.

Nachdem ich in "electronics" einige Zeit vorher von diesem Konzert erfuhr, bestellte ich bei der IGEM ( Inter-

essengemeinschaft elektronischer Musik ) zwei Karten - ein Bekannter wollte nämlich auch mitkommen.

Irgendetwas lief dabei schief und ich war überglücklich, als beide Karten am 4.August !!! im Briefkasten zu

finden waren. Am darauffolgenden Tag fuhren wir dann erleichtert und per Zug nach Dresden, fragten uns zur

Freilichtbühne durch und kamen bei strahlendem Wetter an - Petrus schien auf elektronische Musik zu stehen ;)

Die Stimmung war blendend und ich sah in relativer Nähe das erste Mal einen Fairlight CMI in 3D, was eine

sofortige Serotoninüberflutung auslöste - allein dafür hatte sich die Fahrt schon gelohnt.

Bernd Kistenmacher fing als Erster an zu spielen, gefolgt von Pond, dann Servi. Während des Konzertes

zogen allerdings die ersten Wolken auf, gefolgt von Nieselschauern. Als dann Klaus Schulze zu spielen

begann, wurde es langsam dunkel und eine kriechende Kälte machte sich breit. Zusammen mit den

Nieselschauern wurde die Stimmung doch massiv getrübt, die Klamotten wurden klamm und man spürte

förmlich, welche Gedanken im Publikum aufkamen. Egal ob's Schulze, Jarre oder TD ist, wir wollen zurück

in die warmen, trockenen vier Wände - Petrus stand wahrscheinlich doch mehr auf " Ganz in Weiss " ;)

Pech für mich, daß ich noch über zwei Stunden mit feuchtkalter Kleidung auf einen Personenzug, im

Volksmund auch "Bummelzug" genannt, warten musste - mein Bekannter hat einen Freund getroffen,

welcher ein Zelt dabei hatte.

Nichts mit "geteiltes Leid ist halbes Leid" - ich hatte die Nase voll, auch im wörtlichen Sinne ...

Allerdings bleiben positive Erinnerungen doch länger als die Negativen erhalten, so das ich schon in

der darauffolgenden Woche vom Konzert schwärmen konnte und jedem kundtat, egal ob's interessierte

oder nicht, daß ich einen echten Fairlight CMI mit eigenen Augen sah.

Einige Wochen später sendete dann DT64 in der " Vierten kleinen elektronischen Nachtmusik " weite

Teile des Konzerts, weshalb ich den kompletten Marathon von 20Uhr abends bis 4Uhr früh auf meinem

Tesla B730 aufnahm, wobei Olaf Zimmermann und Jürgen König diese vierte KEN moderierten.

Dieser Mitschnitt ist komplett erhalten geblieben und ich entschloss mich, den Interessenten die volle

8-Stunden Dröhnung zur Verfügung zu stellen.

Interessant ist mit Sicherheit, wie bunt und abwechslungsreich diese Spezialsendung zum damaligen

Zeitpunkt war - heute ist so etwas völlig undenkbar.

Beginnend mit dem ersten Teil, 20Uhr bis 22Uhr, werden an den kommenden Sonntagen jeweils zwei

weitere Stunden neu veröffentlicht - schon jetzt sei gesagt, daß zumindest an einer Stelle die Hörer

aus dem Schmunzeln nicht mehr rauskommen werden. Klaus Schulze beschreibt einen Defekt seines

Fairlights auf typisch berlinerische Art ;)

Los gehts, viel Spass beim Hören ...

Besonderheiten im ersten Teil:

43.15min - Beginn des ersten Teilmitschnittes des Bernd Kistenmacher Konzertes

55.12min - ich gewinne die Klaus Schulze LP "Dreams" :)

95.47 - Interview mit Rainer Oleak

161MB / 117.45min / stereo
DT64 electronics Vierte KEN Teil 1 von 4.mp3
Besonderheiten im zweiten Teil:

25.05min - kurzes "Interview" mit Edgar Froese

66.02min - Beginn des Mitschnittes des POND Konzertes

161MB / 117.17min / stereo
DT64 electronics Vierte KEN Teil 2 von 4.mp3
Besonderheiten im dritten Teil:

11.52min - Radiopremiere von Hans-Hasso Stamer's "Der See"

34.42min - Beginn des zweiten Teilmitschnittes des Bernd Kistenmacher Konzertes

77.27min - Radiopremiere von Jörn Kanitz' "First Results Part 4"

84.00min - Beginn des Mitschnittes des SERVI Konzertes

115.53min - erster Teil eines Interviews mit Manuel Göttsching

178MB / 130.18min / stereo
DT64 electronics Vierte KEN Teil 3 von 4.mp3
Besonderheiten im vierten und letzen Teil:

8.23min - zweiter Teil des Interviews mit Manuel Göttsching

41.52min - erster Teil des Interviews mit Klaus Schulze

45.48min - Beginn des Mitschnittes des Klaus Schulze Konzerts

91.08min - zweiter Teil des Interviews mit Klaus Schulze

138MB / 101.12min / stereo
DT64 electronics Vierte KEN Teil 4 von 4.mp3