| Da es bei der SMD Umsetzung des VCS 2 noch einige Probleme gibt, entschloß ich mich, die
einzelnen Funktionsgruppen in Modulform umzusetzen und so auch einen MIDI-fähigen Nachfolger des RELIQUARY zu entwickeln. Den ersten beiden Modulen " MIDI Controller & Realtime Converter " und " VC Multimode Filter " werden in nächster Zeit ein vierfach polyphoner MIDI Konverter und ein Kammfilter folgen. Geplant sind auch - unabhängig vom VCS 2 - ein Analog / Digital Sequenzer mit verschiedenen Spezialfunktionen ( die grade bei den Tangerine Dream Fans der frühen 80er Jahre sicherlich großes Interesse wecken ) und ein analoger 3D Morphing Vocoder mit digitaler Steuerung. |
| Das spannungsgesteuerte Multimode Filter ist der Nachfolger des RELIQUARY.
Im klangverarbeitendem Bereich ist es identisch, allerdings wurde der Exponentialkonverter im Bereich der Temperaturstabilisierung verbessert. Cutoff Frequency, Emphasis und Notch Structure verfügen über jeweils zwei Eingänge, bei denen eine Steuerspannung abgeschwächt werden kann. Durch den präzisen Exponentialkonverter kann dieses Filter bei Selbstoszillation als Sinus VCO mit einem Pegel von +/- 5 Volt und einem Frequenzumfang von 20Hz - 20000Hz eingesetzt werden. |
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| Die Entwicklung des VCO's |
| Lineare FM und eine möglichst genaue Erzeugung der Wellenformen - das war unsere Anforderung
für die VCO's im VCS 2. Da die Schaltpläne des alten VCS 2 von 1982 vorhanden waren, bauten wir als erstes diesen Oszillator auf, nur um festzustellen, daß neben einem ungenauen Exponential- konverter auch die eigentliche Schwingungserzeugung eine gewisse Nichtlinearität aufwies. Den Exponentialkonverter zu verbessern stellte kein Problem dar, allerdings waren die Versuche, den Linearitätsfehler in der Schwingungserzeugung zu beseitigen, nur mäßig erfolgreich. Bereits ab ca. 2kHz driftete der VCO um einige Cent ab und bei 20kHz war die Abweichung so hoch, daß sie nicht mehr akzeptiert werden konnte. Die VCO's von Moog u.a. hatten auch dieses Problem - je höher die Frequenz, umso drastischer der Fehler. Deshalb existiert auch ein " High End Trim " in diesen Oszillatoren, welcher sie scheinbar linearer machte, in Wirklichkeit aber eine Fehlerkorrektur darstellt. Folgende Darstellung ist zwar sehr übertrieben, zeigt aber deutlich diese Korrektur: |
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| Blau: idealer Frequenzverlauf / Rot: ohne Korrektur / Grün: mit Korrektur |
| Diese Korrektur ist völlig ausreichend, wenn keine Linear FM gefordert wird.
Wenn mehrere VCO's parallel mit unterschiedlichen Fußlagen gespielt werden, tritt der ( bei analogen Synthesizern gewünschte ) Effekt auf, daß einige Tasten unterschiedliche Verstimmungen erzeugen. Dadurch gewinnt der Klang an Lebendigkeit. Saubere lineare FM ist aber nur dann möglich, wenn die VCO's im gleichen Frequenzbereich arbeiten oder eine gewisse Frequenzgrenze nicht überschritten wird. Ansonsten sorgt die Nichtlinearität dafür, daß trotz Korrektur unerwünschte Interferenzen hörbar werden. Lineare FM funktioniert dann nur in einem engen Frequenzbereich. |
| Also kam mein Bruder auf die Idee, mehrere Korrekturstufen zu verwenden. Jede dieser Stufen sollte ab
einer bestimmten Frequenz einsetzen und ihren Verlauf " linearisieren ". Obwohl die Ergebnisse sich danach bedeutend verbesserten, waren bei einigen Noten in den zwei obersten Oktaven noch Interferenzen hörbar. Außerdem stieg durch diese Lösung der Aufwand an Bauelementen beträchtlich, so das sich auch dieses Verfahren als unbrauchbar herausstellte, zumal der Oszillator auch im VCS 2 eingesetzt werden sollte und selbst als SMD Version zuviel Platz verbraucht hätte. Danach probierten wir andere Verfahren aus, um Schwingungen zu erzeugen, denn auch die Wellenformen wurden durch diesen "High End Trim" frequenzabhängig deformiert. |
| Probleme bei VCO's mit Rampenintegratoren und Stromspiegeln |
| Dann, vor einigen Monaten, fand mein Bruder die Lösung - ein Oszillator mit einem nahezu perfekten,
linearen Frequenzverlauf ohne Fehlerkorrektur und einer präziseren Wellenformerzeugung. Bitte habt dafür Verständnis, daß ich auf diese Lösung und die Topoktaven nicht näher eingehe. Nur soviel: Es ist schaltungstechnisch kein Problem, den VCO mit zwei zusätzlichen Sub- und Topoktaven auszustatten, so das insgesamt sechs phasensynchrone Fußlagen zur Verfügung stehen. Der Aufwand an Bauelementen steigt allerdings, so das wir in diesem VCO nur eine Topoktave integrierten. |
| Die folgenden Bilder wurden von einem PeakTech 2035 Oszilloskop fotografiert und alle
Klangbeispiele mit einer M-Audio Audiophile 2496 aufgenommen. Dabei ist bei den Wellenformen mit Topoktaven auf dem linken Kanal das Original und und auf dem rechten Kanal die Topoktave zu hören. Herzlichen Dank an meinen Neffen Tobias Knebel, der die ganze Fotoarbeit übernahm. |
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| Rechteck 500Hz+Topoktave | Rechteck 18kHz+Topoktave | Dreieck 500Hz+Topoktave | Dreieck 18kHz+Topoktave |
| Rechteck.wav | Dreieck.wav | ||
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| Sägezahn 500Hz+Topoktave | Sägezahn 18kHz+Topoktave | Sinus 500Hz | Sinus 18kHz |
| Sägezahn.wav | Sinus.wav | ||
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| Puls 500Hz | Puls 18kHz | ||
| Puls.wav | |||
| Nachfolgendes Beispiel demonstriert die Linearität des VCO's. Die Steuerspannung
wurde mit einem Prototyp unseres polyphonen MIDI zu CV/Gate Konverters erzeugt, welcher eine 14bit Wandlung mit 10 Volt Referenz besitzt ( wird auf 16bit erweitert ). Auf dem linken Kanal ist der VCO Sinus und auf dem rechten Kanal ein Sinus des ( digitalen ) Synthesizers Yamaha DX 11 zu hören. |
| VCO / DX11 Sinus.mp3 |
| Bei dem nächsten Beispiel moduliert der Sinus einen zweiten VCO ( lineare FM ).
Während der Sequenz wird die Modulationsintensität langsam erhöht, so das aus einem Sinus eine glockenartige Wellenform entsteht. |
| Linear FM.mp3 |
| Als letztes noch eine Tabelle, welche die genaue Oktavspreizung des VCO's darstellt.
Die Frequenzmessung wurde nach einem extrem präzisen Abgleich des Oszillators mit einem PeakTech 4015A durchgeführt. |
| Sollwert | Istwert | Abweichung in Hz | Abweichung in Cent | ||
| 32Hz | 32.000Hz | 0 | 0 | ||
| 64Hz | 64.000Hz | 0 | 0 | ||
| 128Hz | 127.98Hz | 0.02 | 0.26 | ||
| 256Hz | 255.84Hz | 0.16 | 0.95 | ||
| 512Hz | 511.91Hz | 0.09 | 0.29 | ||
| 1024Hz | 1024.0Hz | 0 | 0 | ||
| 2048Hz | 2048.0Hz | 0 | 0 | ||
| 4096Hz | 4096.0Hz | 0 | 0 | ||
| 8192Hz | 8192.0Hz | 0 | 0 | ||
| 16384Hz | 16381Hz | 3 | 0.3 | ||
| 20000Hz | 19993Hz | 7 | 0.58 |
| Nachtrag zu den Klangbeispielen:
Bei den Klangbeispielen ist zu beachten, daß beim Abhören mit "preiswerten" Wandlern ( z.B. PC On-Board ) ein starkes Aliasing in den höheren Frequenzen auftreten kann. Dieses Aliasing ist bei Soundkarten mit besseren Wandlern ( z.B. Audiophile 2496 ) nicht hörbar. Dieser Fehler liegt auf der digitalen Seite und hat nichts mit dem VCO zu tun. |
| Dieser MIDI zu CV / Gate / Trigger Konverter bietet zwei Modi.
Im "Four Voice Monophonic Mode" stehen vier völlig separate Kanäle zur Verfügung, während im "Four Voice Polyphonic Mode" die vier Kanäle pro gespielter Note zyklisch weitergeschaltet werden, welches ein maximal vierstimmig polyphones Spiel ermöglicht. Im Gegensatz zum "MIDI Controller & Realtime Converter" wurde hier die Eingabe mit sogenannten "Funktionen" realisiert. Das System ist via SysEx aktualisierbar. - Technische Daten und Anschlüsse:
- 16bit DA Wandlung ( ca. 0.15mV Auflösung ) - 10 Oktaven Umfang mit 0-10V ( V/Oktave Charakteristik ) - getrennte Velocity CVs mit 0-10V - Gate / Trigger mit 0-5V Ausgang ( Trigger mit 10mS Länge ) - max. 100 Programme speicherbar - vier Pitch CVs, vier Velocity CVs, vier GATE- und vier TRIGGER Ausgänge - MIDI IN und MIDI THRU -
Eine Übersicht der momentan verfügbaren Funktionen: Funktionsliste v00.91
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| Horizontal: 0.5ms / Vertikal: 5V | Horizontal: 1ms / Vertikal: 5V | Sinus durch VCA mit Hüllkurve |
| Sample&Hold.mp3 | Sample&Hold Machine.mp3 |
| Technische Daten und Anschlüsse:
- Weisses und Rosa Rauschen - Rauschpegel: + / - 5V - für Weisses und Rosa Rauschen jeweils zwei parallele Ausgänge |
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| White Noise.wav | Pink Noise.wav |
| White Noise through VCF.mp3 | Pink Noise through VCF.mp3 |
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