Tobias Knebel, Jahrgang 1986, aktueller Steckbrief
Exzellenz wurden offensichtlich seit frühester Kindheit konditioniert
Ein kleiner Überblick über die Synthesizer. Wie unschwer zu erkennen ist, bevorzugt Tobias

Musik von Tangerine Dream und Jean-Michel Jarre, wobei mir die Oxygene oder Equinoxe besser gefallen hätte ;)

Allerdings ist er auch ein großer Klassikliebhaber und kennt sich dementsprechend auch dort aus.

Das erste Keyboard war mit drei Jahren ein Yamaha PSS 780, welches noch heute als einfaches MIDI Keyboard

zum Einsatz kommt. Um einmal nachvollziehen zu können, wie wir damals gearbeitet haben, legte sich Tobias

einen Atari 1040 ST zu, auf welchem Creator SL von CLAB läuft ... mit Dongle.

Ich selbst habe damals 1989 meine ersten MIDI Erfahrungen mit einem C64 nebst CLABs "Supertrack" gemacht

und stieg danach auf einen Amiga 500/1200 mit "Bars&Pipes" um. Parallel hatte ich auch einen Atari, auf dem

auch CLABs "Polyframe" lief ... diesmal ohne Dongle.

Letztendlich stieg ich auf einen Apple Quadra 650 mit Emagic Notator Logic um ( wieder mit Dongle )

und landete dann - unvermeidlicherweise - auf einem PC. Allerdings ist dort die Hardware das einzig Gute.

Nach diesem Überblick kommen nun die einzelnen Instrumente und Effekte, wobei ich jetzt schon

befürchte, während des Schreibens Blasen an den Fingern zu bekommen ... los gehts.

Die Legende, die nicht emuliert werden kann.

Als Tangerine Dream Fan eine Pflichtanschaffung, wobei natürlich sofort versucht wurde, den "Exit" Sound

nachzuprogrammieren, obwohl diese heliumsüchtigen Engel beim Original höchstwahrscheinlich mit einem

Wave 2 gezeugt wurden.

Bei A/B Vergleichen kamen wir zu dem Schluss, daß die Emulation noch nicht mal ansatzweise das

Original erreichen kann. Der Wave 2.2 klingt einfach viel rauher und kräftiger.

Nach der Ersteigerung bei Ebay kam sofort der große Schock, denn u.a. konnten die Wavetables nicht

selektiert werden und der Speicher konnte die Sounds nicht halten, weshalb ich Hermann Seib eine

Email schrieb und er mir daraufhin ein neues System schickte - an der Stelle nochmals herzlichen Dank.

Glücklicherweise hatte ich noch den Batronix Brenner, einige EEproms und nachdem der Akku wieder

aufgeladen war, funktionierte alles hervorragend.

Trotzdem wird in nächster Zeit auf System 8.3 aufgerüstet und ein neuer Akku eingesetzt - letzterer

macht keinen vertrauenerweckenden Eindruck. Die Folgen eines auslaufenden Akkus dürften ins-

besondere den Polysix Besitzern bekannt sein ...

459kB / 0.19min / stereo 0.97MB / 0.42min / stereo
PPG Wave 2.2 Sound 1.mp3 PPG Wave 2.2 Sound 2.mp3
481kB / 0.20min / stereo 1.03MB / 0.45min / stereo
PPG Wave 2.2 Sound 3.mp3 PPG Wave 2.2 Sound 4.mp3
650kB / 0.27min / stereo 244kB / 0.10min / stereo
PPG Wave 2.2 Sound 5.mp3 PPG Wave 2.2 Sound 6.mp3
Der von Tobias favourisierte Solosynthesizer - und das nicht wegen den Bass Sounds, sondern

wegen der flexiblen Modulationsmatrix, welche der Phantasie ( fast ) keine Grenzen setzt.

Der Pro One ist die monophone Version des Prophet 5 und beherbergt die gleichen Curtis Chips.

Vom Aufbau her ist er extrem einfach - wenn die Curtis Chips verfügbar sind, kann ein geübter Bastler

den Analogbereich des Pro One innerhalb eines Tages auf einer Lochrasterplatine nachbauen.

So flexibel und wohlklingend dieser Synthesizer ist, sollten Interessenten sich über eines im Klaren sein:

Die Potis sind keine Potis, sondern Zustände. Solch grottenschlechte, abartig billige, xxxxx xxxx xx ...

Als voll funktionstüchtig ersteigert, stellte sich auch hier der Schock ein, denn der ADSR Chip für

den VCA war defekt und die Trimmung war alles andere als oktavrein. Nachdem bei Ebay ein CEM 3310

gekauft, ( diesmal mit Sockel ) eingelötet wurde und alles neu getrimmt war, funktionierte er perfekt.

In dieser Sammlung eindeutig der Pechvogel.

In absolut perfektem Zustand ersteigert, verabschiedete sich eines Tages ohne Vorwarnung ein

Oszillatorchip mit der Bezeichnung "IG00153". Falls jemand diesen Chip vorrätig hat, bitte eine

kurze Mail an mich schicken.

Gerade durch die Yamaha-eigenen Chips kann der Klang des CS 15 nicht mit einem, auf Curtis

Chips basierenden Synthesizer verwechselt werden. Auch die zwei Filter sind sehr flexibel, bieten

sie doch neben dem Standardtiefpass auch einen Band- und Hochpass an.

Zusammen mit den zwei VCO's, den zwei VCA's, dem LFO und den beiden ADSR's bildet der

CS 15 einen sehr flexiblen Synthesizer mit einem eigenständigen Klang.

Wer allerdings glaubt, den typischen Bladerunner Sound preiswert zu bekommen, täuscht sich.

Der CS 15 klingt anders als ein CS 80 oder ein CS 70M. Außerdem fehlt dazu ein Lexicon 224XL ;)

Wer auf einen Ringmodulator, einen dritten ADSR und einen Stepsequenzer verzichten kann,

sollte sich statt des Flaggschiffs CS 30 ruhig einen CS 15 zulegen.

So interessant der Klang auch ist, bei Elektronikern sorgen die Wellenformen der VCOs, auf

einem Oszilloskop sichtbar gemacht, für blankes Entsetzen. Besonders schlimm ist der Säge-

zahn, welcher mit einer eingebauten, nicht zu schmalen Pulsnadel punkten kann.

Dieses Exemplar eines Polysix' hat mich eindeutig zu seinem Todfeind erklärt, mußte aber

nach einiger Zeit, trotz erbitterten Widerstandes, die weisse Fahne hissen.

Eines Tages entdeckte Tobias bei Ebay einen defekten Polysix, preisgünstig aber sehr gut

erhalten und fragte mich, ob ich ihn reparieren könnte. Meine Standardantwort lautet in diesem

Fall immer: "Wenn nicht grade das System oder ein Curtischip zerschossen ist - kein Problem."

Elektronikbegabte Besitzer eines Polysix' werden bereits jetzt schon wissen, was folgt, denn

Korg hat in diesen Synthesizern Akkus eingebaut, welche sich nach einigen Jahren sprudelnd

verabschieden - und das ist so sicher wie das Amen in der Kirche.

Vorweg an alle Polysix Besitzer: Wenn die gespeicherten Sounds verrückt spielen oder ganz

verschwinden, sofort den Polysix öffnen und prüfen, ob es nach Säure riecht.

Wenn ja, die Prozessorplatine mit dem blauen Akku entfernen, Akku auslöten oder notfalls

abknipsen und die Platine reinigen. Sonst frißt die Säure die Leiterzüge weg und die

Reparatur kann richtig teuer werden - hier eine hilfreiche Seite.

Dieses Exemplar war zwar wohnzimmergepflegt, hatte aber das Pech, einen Besitzer

zu haben, der nach Verschwinden der gespeicherten Sounds, äußerlich zwar schön trocken,

aber innerlich triefend vor Säure, seinen Polysix auf dem Dachboden lagerte.

Nachdem ich die nicht mehr vorhandenen Leiterzüge nach stundenlangem Prüfen und

Messen mühsam rekonstruierte und den Akku durch eine sichere Lithiumzelle ersetzte, kam

der große Augenblick - und nichts passierte.

Nach weiteren drei Tagen entdeckte ich unter der gesockelten CPU eine Durchkontaktierung,

auf welche offensichtich ein winziger Säuretropfen fiel. Die einzige Erklärung besteht darin,

daß der Akku auslief, während die CPU gezogen war ... daran muß sich wirklich ein Spezialist

versucht haben.

Als danach der Polysix endlich wieder funktionierte, stellte sich als krönender Abschluss

heraus, daß jemand, der Sinnlosigkeit fröhnend, an allen Trimmern sein Glück suchte.

Jetzt funktioniert alles perfekt und ich kann mich nach drei defekten Exemplaren als

Polysix Experte bezeichnen.

Der Klang ist nicht spektakulär, allerdings sorgt die Effektsektion dafür, daß der fehlende

zweite Oszillator nicht übermäßig vermisst wird, vorausgesetzt, man verwechselt den

Polysix nicht mit einem Xpander. Für warme Flächen und Brass Sounds hervorragend

geeignet, nicht zuletzt wegen der SSM Filter.

Der einzige Synthesizer unseres ehemaligen sozialistischen Vaterlandes, denn das Klingenthaler

Dingens kann man schaltungstechnisch nur schwerlich einen Synthesizer nennen.

Der Tiracon 6V wird manchmal der "Poly 800 des Ostens" genannt, ist aber doch leistungsfähiger

als sein Westkollege.

Im Gegensatz zum Poly 800, welcher zwar maximal 8-stimmig spielbar ist, aber leider nur über

ein Filter verfügt, welches sich alle acht Stimmen teilen müssen, hat der Ostkollege für jede

seiner sechs Stimmen ein Filter ( Tief- und Hochpass ) zu bieten, ist also ein Synthesizer mit

Poly 800-ähnlicher Bedienung und bietet für jede Stimme einen VCO/VCF/VCA plus zwei DX 7

ähnlichen Hüllkurven.

Dieser Synthesizer ist allerdings der erste Polyphone, auf dessen Prototyp ich noch als Kind

auf der Leipziger Messe spielen durfte. Außerdem haben die Entwickler damals den Stand

meines Bruders und seines Digital Delays besucht - in meiner Erinnerung kam dabei schon

ein beeindruckender Sound heraus.

Dort knüpfte man auch die ersten Kontakte und Steffen wurde nach Cottbus eingeladen.

Bei diesen Gesprächen stellte sich heraus, daß ein Nachfolger des Tiracon 6V geplant war,

welcher neben einer 8-fachen Polyphonie und einer 5-Oktaven Tastatur auch zwei VCOs, ein

Digital Delay und einen Chorus zur Verfügung stellen sollte.

Dabei schlug man meinem Bruder vor, die Konzeption und den Aufbau dieses Digital Delays

und des Chorus' zu übernehmen - offenbar stand der Korg Poly 800 II bei dieser Idee Pate.

Der VCO eines Tiracon 6V ist ein einfacher Rampenintegrator, dessen Sägezahn mittels

Komparator in ein Rechteck gewandelt wird, aus welchem per Frequenzteilung die Sub-

oktaven erzeugt werden.

Interessant ist das Filter, welches vier -6dB/Okt. Tiefpässe kaskadiert, um eine Flankensteilheit

von -24dB/Okt. zu erreichen. Der OTA, welcher zur Spannungssteuerung des VCFs benötigt wurde,

hieß " IA 317 ", wobei die Bezeichnung IA für " Industrielle Anwendung " steht. Dieser Chip wurde

vom Halbleiterwerk Frankfurt/Oder gefertigt und ist nach den damaligen Informationen ein LM13500

gewesen. Da angeblich die Wafer ( nicht nur dieses Chips ) vom Westen geliefert wurden, sprach

man im Halbleiterwerk stets von " Fertigung ", aber niemals von " Entwicklung ".

Dieser Chip wurde später in " AK 317 " umbenannt und war im freien Handel ebensowenig erhältlich

wie ein Chip mit der Bezeichnung " VL 01 ", wobei " VL " für " Verzögerungsleitung " stand und

eigenartigerweise pinkompatibel zum " TCA 350Y " von VALVO war.

Beide Chips erschienen niemals in den offiziellen Halbleiterkatalogen.

Der Tiracon 6V wurde damals im Rahmen der Konsumgüterproduktion gebaut und war fast nur ein

" Ein-Mann-Projekt". Da der Chefentwickler längere Zeit krank war, konnte er sich voll und ganz auf

die Softwareentwicklung mit Hilfe eines Entwicklungskits des U880 Prozessors nebst PIO und SIO

konzentrieren, übernahm aber auch ein Großteil der Hardware-Entwicklung - ein wirklich fähiger Mann.

Dem Projekt "Tiracon 6V" wurden allerdings massive Schwierigkeiten bereitet, an denen die Klingen-

thaler, vorsichtig ausgedrückt, nicht ganz unbeteiligt waren.

So wurden Lieferzusagen aus heiterem Himmel zurückgezogen und "Polyhymnia" ( eine DDR

Handelskette für Musikinstrumente ) wurde nahegelegt, den Tiracon 6V nicht vorzuführen.

Die Krönung des Ganzen bestand darin, daß Klingenthal, um dem Tiracon das Wasser abzugraben,

einen vollpolyphonen Digitalsynthesizer ankündigte, welches von den Fachleuten in der DDR jedoch

mit großer Skepsis betrachtet wurde, da von den klingenthaler Elektronikern vieles, aber kaum

eine eigene Leistung kam.

Sollte eigentlich zu einer CV/Gate Tastatur umgebaut werden, allerdings tat es dann Tobias

doch leid, dieses sehr gut erhaltene E-Piano auszunehmen.

Was den Klang betrifft, so wurde es höchstwahrscheinlich im Auftrag des Militärs zur psychologischen

Kriegsführung oder als akustisches Giftgas in Klingenthal entwickelt und zur Produktion freigegeben.

Denkbar ist auch, daß einige subversive Elemente in Klingenthal das Ansehen unserer Deutschen

Demokratischen Republik im kapitalistischen Ausland schädigen wollten.

Es erfüllt immerhin den Zweck, ungebetene Besucher fernzuhalten, kann aber auch zur Prävention

gegen Ungezieferbefall eingesetzt werden.

Andererseits ... nein, soviel Effektgeräte hat die Welt nicht, daß dieses Teil toleriert werden kann.

Der Glücksfall, da einst bei Ebay selbst als defekt extrem preisgünstig ersteigert.

Der Vorbesitzer hatte von einem Bekannten die Batterie durch zwei normale 1.5V Mignonzellen

ersetzen lassen, welches allerdings zur Folge hatte, daß trotz funktionierendem Display keinerlei

Sound produziert wurde. Selbst die manuelle Programmierung oder das Füttern mit SysEx blieben

erfolglos - der EX 8000 blieb stumm.

Nach kurzer Prüfung kam ich zu dem Ergebnis, daß die Hardware zwar fehlerfrei funktionierte, das

System jedoch keinerlei CVs mehr erzeugte. Glücklicherweise fand ich sehr schnell die Lösung,

welche darin besteht, den Soundspeicher zu löschen und das System zu initialisieren, indem man

während des Einschaltens die Tasten "5" und "8" drückt. Danach wird sowohl das manuelle Editieren

als auch das Empfangen von SysEx wieder ermöglicht.

Defekt für einen unverschämt günstigen Preis ersteigert, ist dieser EX 8000 nun wieder wie neu.

Die Meinung, daß der EX 8000 ein "PPG für Arme" sein soll, ist völlig falsch, obwohl man durchaus

mit dem EX 8000 Klänge erzeugen kann, welche einen digitalen, fast einen FM Charakter besitzen.

Einen DX 7 jedoch wird er niemals ersetzen können, verbindet aber durch seine analogen Filter

das Beste aus der digitalen und analogen Welt.

Die beiden "Oszillatoren" sind digital und bieten 14 Waves an, deren Obertonspektren aus "realen"

Instrumenten gewonnen wurden. Zusätzlich steht noch ein Sägezahn und ein Sinus zur Verfügung.

Diese digital erzeugten Wellenformen werden in einen Korg-eigenem Chip mit der Bezeichnung

" NJM2069AD " geleitet, welcher einen analogen, zur Selbstresonanz fähigen Tiefpass und einen

VCA beinhaltet. Hüllkurven und LFO werden durch den Prozessor generiert.

Alles in allem ein Synthesizer mit einem tollen Klangcharakter, 8-stimmig polyphon spielbar und

mit einem integrierten Digital Delay. Wer allerdings auf ausgefuchste Modulationsmatrizen steht,

wird hier sehr enttäuscht werden.

Damals ( 1991 ) von mir für stolze 2400 DM neu gekauft, welche ich mir als Zivi mühsam ersparte,

war ich doch im Übermaß vom TG 77 enttäuscht. Die Samples sind kratzig ( damals hatte Yamaha bei

der Auswahl wahrhaftig kein Glück ) und die FM Sektion war viel zu sauber und steril. Ein Synthesizer,

dem ich beim besten Willen nichts abgewinnen kann. Da bleibe ich lieber bei meinem heiß-

geliebten DX 7, welcher unvergleichlich kräftiger klingt - der beste FM Synthesizer aller Zeiten.

Wie schon erwähnt, grenzen die Samples an eine Zumutung und sind irgendwo zwischen "kratzig"

und "drahtig" einzuordnen. Und dieser Eindruck verschlimmerte sich noch, als ich mir danach einen

Roland JV1080 mit seinen exzellenten, fast samtigweichen Samples zulegte.

Jeder, der sich für FM interessiert, ist mit einem DX 7 um Welten besser bedient.

Der Korg DSM 1 und seine ( früher erschienene ) Keyboardversion DSS 1 sind hochinteressante

Instrumente, kann man sie doch als 12bit Sampler und additive Synthesizer mit 128 Harmonischen

benutzen. Allerdings macht es die schwierige Bedienung einem nicht gerade leicht, mit dem DSM 1

wirklich kreativ zu arbeiten. Interessenten, welche auf eine intuitive Bedienung wert legen, sollten noch

nicht mal ansatzweise mit dem Gedanken spielen, sich diese Maschine zuzulegen.

Mit zwei MByte Speicher und 16 "Oszillatoren" bestückt, welche man layern kann, sind aber außer-

gewöhnliche additive Sounds möglich, welche aber nur mit sehr viel Geduld erstellt werden können.

Durch seine 16 Einzelausgänge ist der DSM 1 aber selbst für ungeduldige Zeitgenossen sehr gut als

z.B. Drumsampler einsetzbar, wobei die Samples oder die additiven Rohmaterialien durch digitale Filter

nebst Hüllkurve nachbearbeitet werden können.

Möglich ist mit dem DSM 1 fast alles, da die additive Synthese zwar die flexibelste, aber leider auch

eine der kompliziertesten Syntheseformen darstellt.

Über den ESI 32 gibt es nichts sonderlich Interessantes zu schreiben.

Ein 16bit Standardsampler auf 32 MByte Speicher ausgebaut, welcher von Tobias meist für Mellotron-

samples genutzt wird. Das Innenleben zeigt allerdings deutlich die Tendenz, daß man für sein Geld

immer weniger Material bekommt - allerdings, die Softwareentwicklung kostet ja auch einiges.

Der MC 4 ist unserer Meinung der Brilliant in Tobias' Sammlung, vor allen Dingen, wenn dieses

Exemplar einen absolut neuwertigen Zustand hat - wie frisch aus dem Karton geholt.

Eine Rarität und für Tangerine Dream Fans sowieso Pflicht, hat doch TD den Vorgänger MC 8

bereits auf " Force Majeure " ausgiebig genutzt, welcher allerdings noch weitaus seltener bei

Ebay anzutreffen ist.

Beim MC 4 handelt es sich um einen 4 Spur Digital Sequenzer mit einem extrem stabilen Timing,

wobei jede Spur über zwei CV Outs und ein Gate Out verfügt. Die Programmierung scheint am

Anfang etwas umständlich zu sein, allerdings stellt man nach einer gewissen Einarbeitungszeit

überrascht fest, daß der MC 4 doch sehr intuitiv programmierbar ist.

Die eingegebenen Werte entsprechen Halbtonschritten, wobei jeder Note ein Zahlenwert und eine

Länge zugeordnet werden. Durch die zwei CV Ausgänge pro Spur ist es möglich, sehr dynamische

Sequenzen zu erzeugen, indem man den zweiten CV Ausgang z.B. als Steuerspannung für ein

VCF oder einen VCA verwendet.

Bei diesem Exemplar handelt es sich um den MC 4A, welcher über einen Speicher von sage und

schreibe 16 kByte verfügt, was einer Kapazität von ca. 3900 Noten entspricht. Zudem bietet er

Synchronisationsmöglichkeiten an, so das z.B. mehrere MC 4 kaskadiert werden können.

Im Vergleich zu heutigen Softwaresequenzern kann man den MC 4 als geradezu archaisch

bezeichnen, allerdings ist dabei zu bedenken, daß sein Timing jede Softwarelösung vor

Neid dazu bringt, sich buggig zu ärgern. Für punktgenaue Sequenzen, welche über die Möglich-

keiten eines analogen Stepsequenzers hinausgehen, ist der MC 4 oder MC 8 prädestiniert

und kann jedem TD oder Depeche Mode Fan nur aufs Wärmste empfohlen werden.

Fast zeitgleich mit dem MC 4 ersteigert, befindet sich dieser CSQ 600 auch in einem

exzellenten, neuwertigen Zustand.

Dieser Digitalsequenzer aus dem Jahre 1980 verfügt über vier Sequenzen, welche beliebig

verkettet werden können. Da nur ein CV/Gate Ausgang zur Verfügung steht, können diese

Sequenzen leider nur seriell, aber nicht parallel ausgegeben werden.

Außerdem bietet der CSQ 600 umfangreiche Synchronisationsmöglichkeiten und kann so

z.B. mit dem MC 4 ein Fünfkanal Sequenzer bilden.

Das Timing ist genauso stabil wie beim MC 4 und die Gesamtkapazität beträgt für alle vier

Sequenzen 600 Noten.

Ein Sammlerstück, welches allerdings erst im Verbund mit anderen Sequenzern oder Drum-

computern wirklich sinnvoll genutzt werden kann ... selten, aber nicht so selten wie ein MC 4

oder gar ein MC 8.

Auch hier ist fast nichts erwähnenswert.

Das DP/4 ist ein Multieffekt, welches den Vorteil hat, bis zu vier Effekte gleichzeitig zu erzeugen

und für jeden dieser Effekte einen Ausgang bereitzustellen.

Wird von Tobias hauptsächlich als Hallgerät verwendet - ist aber nur eine Frage der Zeit ... ein QRS

wird irgendwann in Reichweite seiner Tentakel auftauchen ;)

Ansonsten bietet das DP/4 die Standards an Effekten in einer guten, aber nicht berauschenden Qualität.

Der " Digital Voice Processor " von Korg stellt eine Kuriosität dar, quasi eine auf Vokalsounds spezialisierte

eierlegende Wollmilchsau. Egal, ob man ein Vocodereffekt, ein Harmonizer, Doubler, Pitch Shifter oder Vokal-

synthesizer benötigt - der DVP 1 springt in die Bresche. Wer allerdings glaubt, damit einen EMS Vocoder oder

einen Eventide Harmonizer zu ersetzen, liegt völlig daneben.

Durch 12bit und 9kHz besitzt der DVP 1 einen sehr speziellen Klangcharakter und ist eher für experimentelle

Klänge geeignet. Neben den Effekten kann der DVP 1 als fünfstimmiger ( vierstimmig mit Chorus ) Synthesizer

mit 8 Vokalwellenformen und einer Pitch / DCA Hüllkurve verwendet werden.

Im Vocodermodus stellt dieser interne Synthesizer das Trägersignal, während das Modulationssignal entweder

durch den Mic- oder Line In eingespeist werden kann. Diesen Effekt kann man nicht beschreiben, weshalb ich

Tobias den Parteiauftrag erteilte, einige Klangbeispiele aufzunehmen.

Ich kann mich allerdings noch daran erinnern, daß mein Bruder ca. 1987 von seinem Studium in Hennigsdorf

einen Gesamtkatalog vom " Synthesizerstudio Bonn " mitbrachte und darin, neben anderer Magie, auch ein

Prospekt des DVP 1 zu finden war. Stundenlanges, bewegungsloses Starren war die Folge.

Der Klang gut konstruierter Eimerketten Echos ist gerade im Bereich der elektronischen Musik noch immer

über jeden Zweifel erhaben - und das E 1010 von Yamaha ist eine extrem gutklingende Eimerkette, welche

bis zu 300mS Verzögerung ermöglicht. Zusätzlich beinhaltet das E 1010 einen EQ ( Bass / Treble ) und

einen LFO, der die Verzögerungszeit modulieren kann.

Über die beiden Ibanez Effekte kann ich nur sagen, daß sie sehr gut klingende, analoge Multieffekte sind.

Tobias wird auch hier einige Soundbeispiele aufnehmen müssen - die Bilder sprechen für sich.

Jedem Jarre Fan bekannt und äußerst gelungen auf "Oxygene" und "Equinoxe" eingesetzt.

Zusammen mit der Eminent 310 Unique und einem Delay erzeugt dieser Phaser den unverwechselbaren,

spacigen Klangteppich. Aus Zufall haben wir außerdem entdeckt, wie Jarre in Oxygene Part II dieses

knisternd-dreckige Rauschen erzeugt - also hier der Geheimtip:

Nehmt ein ELKA Rhapsody 610, verstärkt das Grundrauschen ein wenig und jagt es durch den Small Stone.

Dahinter noch ein Delay gesetzt und fertig - ja, der gute Mann war damals noch kreativ, hat er doch neben

einem "sauberen" Rauschgenerator zusätzlich diesen Trick verwendet.

Jarre Fans oder Interessenten, welche eine langsame Modulation bevorzugen, sei empfohlen, den alten,

originalen Small Stone oder sein russisches Äquivalent zu kaufen.

Wenn EHX bekannt gibt, daß beim Small Stone Nano schaltungstechnisch nichts verändert wurde, so

wundern wir uns wirklich, weshalb im Nano andere Chips und auch sonst sehr stark klangbeeinflussende

Änderungen vorzufinden sind. Also vor dem Kauf, wenn möglich, mit niedriger Modulationsgeschwindigkeit

einen A/B Vergleich machen.

Einige Module vom PPG 300 Modular - was soll ich sagen ? Sprachlos ... aber schreiben klappt noch.

Tobias entdeckte bei Ebay einen Akai VX 600 und es stellte sich bei der Abholung heraus, daß auch ein

kleiner " PPG Reisekoffer " zum Verkauf stand.

An dieser Stelle nochmals ein herzliches Dankeschön von Tobias, Steffen und mir an Bert - diese

absolute Rarität wird in Ehren gehalten und bestenfalls ( nach Eignungstest ) vererbt.

Mit den Modulen 2x301, 303, 307, 309, 311 und 316 existiert ein kleines und voll einsatzbereites

Modularsystem, welches Tobias erst einmal liebevoll restaurierte.

Da das Koffergehäuse stark beschädigt ist, wird für diese Module in naher Zukunft ein edles Holz-

kabinett angefertigt, wobei sich Tobias noch nicht über die Art des Holzes im Klaren ist - ich tendiere

diesmal zu Mahagonie. Sobald alles montiert ist, werden auch Klangbeispiele zu hören sein.

Einen knappen Monat, nachdem Tobias das PPG 300 System bekam, trat ein Glücksfall ein.

Bei Ebay wurde ein PPG 314 Sequenzer samt einem 313 Sequential Switch angeboten.

Allerdings machte ich Tobias keine Hoffnungen, weil ich vermutete, daß diese beiden Module

einen Preis erreichen würden, der für Otto Normalverdiener nicht tragbar sein kann.

Anscheinend gab es dennoch, außer Tobias, keinen weiteren mitbietenden Verrückten, so

das mein Neffe doch noch sein System für einen moderaten Preis erweitern konnte.

Vielleicht lag es daran, daß beide Module als ungetestet angeboten wurden und es keine

Schaltpläne für den PPG 300 gibt.

Prompt stellte sich heraus, daß beide Module defekt waren und ich gezwungenermaßen

eine oberflächliche "Reverse Engineering Session" einlegen durfte.

Hier nun einige neue Fotos vom PPG 300, allerdings noch ohne Mahagonie Cabinet.

1.50MB / 1.05min / stereo 455kB / 0.19min / stereo
PPG300 Sound 1.mp3 PPG300 Sound 2.mp3
822kB / 0.35min / stereo 2.59MB / 1.53min / stereo
PPG300 Sound 3.mp3 PPG300 Sound 4.mp3
2.05MB / 1.29min / stereo 1.75MB / 1.16min / stereo
PPG300 Sequence 1.mp3 PPG300 Sequence 2.mp3
2.35MB / 1.50min / stereo
PPG300 Sequence 3.mp3
Der VX 600 von Akai gehört zu den unbekannteren Synthesizern, obwohl seine Klangerzeugung auf

Curtis Chips basiert, also voll analog ist. Da er im Jahre 1988 erschien, hatte er einen schweren Stand,

sich gegen den digitalen Zeitgeist in Form eines Roland D50 oder einer Korg M1 zu behaupten.

Zudem spielte es sicherlich eine Rolle, daß Akai aus Kostengründen auf eine teuere Bedienoberfläche

verzichtete und der VX 600 demnach nicht, wie z.B. ein Polysix, intuitiv "programmierbar" war.

Diese Kosteneinsparung setzt sich auch im internen Aufbau fort - die Voiceboards könnte man fast

als "niedlich" bezeichnen.

Allerdings ist der VX 600 ein schlagender Beweis, daß Kosteneinsparung nicht mit einem Qualitäts-

verlust einhergehen muß. Alles ist grundsolide und hochwertig verarbeitet und der Klang lässt, im

Rahmen des typischen Curtis Sounds, nichts zu wünschen übrig.

Sechstimmig polyphon und multitimbral spielbar, verfügt der VX 600 ausserdem über eine 13polige

DIN Buchse, an welcher die einzelnen Stimmen anliegen. Durch ein spezielles Kabel werden so

sechs Einzelausgänge zur Verfügung gestellt.

Die zwei VCOs pro Stimme sind auf einem CEM 3374 Chip vereint, bieten neben Sync auch Linear

FM und sind intern temperaturstabilisiert. Der CEM 3378 beherbergt neben einem resonanzfähigen

-24dB/Oktave Tiefpassfilter auch einen Mixer und einen VCA.

Allerdings reichte das Akai anscheinend nicht, weshalb dem VX 600 auch ein diskret aufgebauter

-24dB/Oktave Hochpass mit auf den Weg gegeben wurde.

Durch einen 4066 4-fach Schalter und einen 4053 Multiplexer wird ein Voiceboard komplettiert, da

sämtliche Modulationen, wie Hüllkurven und LFOs, durch den Prozessor generiert werden.

Man sollte sich nicht von der wenigen analogen Hardware täuschen lassen - der VX 600 ist ein

wahres Monster und kommt durchaus als Alternative zu einem Xpander in Frage.

Im Bestzustand von Bert gekauft, welcher Tobias auch sein PPG 300 System überließ.

472kB / 0.20min / stereo 527kB / 0.22min / stereo
Akai VX600 Sound 1.mp3 Akai VX600 Sound 2.mp3
857kB / 0.36min / stereo 407kB / 0.17min / stereo
Akai VX600 Sound 3.mp3 Akai VX600 Sound 4.mp3
500kB / 0.21min / stereo 435kB / 0.18min / stereo
Akai VX600 Sound 5.mp3 Akai VX600 Sound 6.mp3
Eine Herausforderung, wenn es darum geht, einen geeigneten Platz in einer kleinen Wohnung zu finden.

Allerdings verfügt das KX 88 über die beste Tastatur im Bereich der Masterkeyboards.

Auch hat das KX 88 einen irrsinnig guten Klang, zumindest wenn man einen midifizierten Prophet 5,

Oberheim OB-X oder Jupiter 8 anschließt ... der Witz musste einfach sein ;)

Da Tobias, genauso wie Steffen und ich, die LPs "Tangram" und "Pergamon" von TD extrem gut finden,

setzte ich Tobias schon vor langer Zeit den Floh ins Ohr, nach einem Yamaha CP 70 zu suchen.

Allerdings stellte sich dann doch heraus, daß einfach kein Platz in der Wohnung war und Tobias daher

gezwungen war, den Traum von einem echten Miniflügel aufzugeben.

Als Alternative schlug ich dann vor, nach einem KX 88 zu suchen und damit den ESI 32 nebst CP 70

Samples zu spielen, obwohl diese Vorgehensweise einen recht schwachen Ersatz darstellt.

Die Gründe zu erklären, weshalb ein CP 70 nicht gesampelt werden kann, würde wohl diese Seite

sprengen - der wichtigste Grund besteht allerdings einfach darin, daß jede angeschlagene Tasten-

kombination bestimmte Saiten in einem bestimmten Verhältnis zum Schwingen bringt und

dadurch komplexe Resonanzmuster erzeugt werden.

Als ob der Zufall nicht genug ist, daß Bert neben dem VX 600 auch ein PPG 300 verkaufte, hatte

er auch ein KX 88 vorrätig - Tobias konnte auch hier nicht widerstehen.