| Wolfgang Paulke gehörte neben Reinhard Lakomy und Pond zu den bekanntesten "Elektronikern" in der DDR.
Bereits in den 60er Jahren spielte er in Amateurbands E-Gitarre, wobei ein eher rockiger Stil eingehalten wurde. Natürlich konnte man in der DDR als Amateurmusiker auf keinen grünen Zweig kommen, weshalb Wolfgang eine Lehre zum KFZ Mechaniker absolvierte. Der Standardsatz, welcher von fast allen Eltern jeglicher Generation gepredigt wird - "Lerne erstmal einen anständigen Beruf" - traf wohl auch ihn. Trotzdem ließ ihn die Musik nicht los, weshalb er von 1973 bis 1975 an der Musikschule Berlin Friedrichshain studierte und später an der Hanns-Eisler Musikhochschule seine externe Prüfung absolvierte. |
| Ca. 1975 / 76 wurde auch das neue Instrumentarium des Klassenfeindes in der DDR bekannt und Wolfgang
suchte Wege, irgendwie an diese magischen Kisten heranzukommen, was ihm auch letzlich durch seine Gross- mutter und eine Tante gelang, welche glücklicherweise in etwas westlich gelegeneren Gefilden beheimatet waren. An dieser Stelle sei vermerkt und geflissentlich notiert, daß die Familie Marienberg niemals Verwandte oder Be- kannte im Westen hatte ... nur falls es doch mal wieder andersrum kommen sollte. |
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Also Oma und Tante beauftragt und Teile des folgenden Equipments über die Grenze wuchten lassen ... |
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| Diese Fotos wurden 1983 aufgenommen und zeigen folgende Geräte:
Boss KM 60 und KM 600 Mixer, Schulte Compact Phasing "A", Roland RE 201 Space Echo, SBF 325 Flanger, SPV 355 P/V Synth, SPA 240 Stereo Power Amplifier, RS 09 Organ/Strings, CR 8000 CompuRhythm, CSQ 100 Digital Sequencer, TB 303 Bass Line, Moog Rouge und Korg Poly 61. |
| Ich hoffe für Wolfgang, daß er das TB 303 Eumel im richtigen Zeitfenster verkauft hat - ich konnte jedenfalls
der Kiste, bei welcher heutzutage meist das Cutoff Poti zuerst den Geist aufgibt, noch nie etwas abgewinnen ;) |
| Anfang der 80er Jahre arbeitete Wolfgangs Frau in einem Pantomimentheater in Berlin, worauf er dort als
Tontechniker anfing und den Mitgliedern des Theaters einige seiner frühen Versuche vorspielte. Daraufhin trat ein Leiter eines Jugendclubs an Wolfgang heran und "verhalf" ihm zu seinem ersten offiziellen Auftritt mit dem Motto: "So, in zwei Wochen hast Du Deine erste Mugge ... lass Dir was einfallen." Von da an ging es richtig los, Wolfgang fand in Jugendclubs ein dankbares Publikum und erweiterte nach und nach sein Instrumentarium. |
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| Wie auf dem letzen Foto zu sehen, erhielt Wolfgang von seinem Bruder Frank Paulke ( mit Brille )
und seinem Techniker André Merten ( am Lichtpult ? ) tatkräftige Unterstützung. |
| Eine kleine Anekdote über die Beschaffung erzählte Wolfgang mir am Telefon, wobei diese Begebenheit
einige Parallelen zu Wolfgang "Paule" Fuchs zeigt und in seinem Pond-Büchlein beschrieben wird. Demnach wurde nach einer grosszügigen Instrumentenlieferung alles ( bis auf ein einziges Gerät ) vom DDR Zoll abgefangen und Wolfgang musste über Monate von Pontius zu Pilatus laufen, bis er dennoch Erfolg hatte und ihm die komplette Lieferung ausgehändigt wurde - natürlich mit der Bemerkung, daß, falls es noch einmal vorkommen sollte, ... na ? Nun erwarten sicherlich einige, daß die bekannte Stadt an der Spree in Ostsachsen erwähnt wird, aber so schlimm war es dann doch nicht. Nein, daß eben "nur" alle Lieferungen einbehalten werden. Reinhard "Lacky" Lakomy half aber aus und schmuggelte den guten Stoff ( Germanium und Silizium ;) dann über die Grenze - da dürfte Wolfgang nicht nur ein Stein vom Herzen gefallen sein. |
| Zu dieser Zeit, also Anfang der 80er Jahre, lernte Wolfgang auch Jörn Kanitz kennen, wobei sich im
Laufe der Jahre eine herzliche Freundschaft entwickelte und beide legendäre "Zwiebelabende" ver- anstalteten, bei denen ausgiebigst Zwiebeln konsumiert ( ein für mich grauenvoller Gedanke, denn ich kreischte schon als Kind "Keine Wiebeln essen !!!" ) und unter Ausschluss der Öffentlichkeit aus purem Spass an der Freude improvisiert wurde - der Bestand wurde dabei meist "fusioniert". |
| Von diesen "Zwiebelabenden" existieren noch Aufnahmen, welche nie für die Öffentlichkeit bestimmt
waren und die mir Wolfgang zur Verfügung stellte. |
| 40MB / 29.29min / stereo |
| Wolfgang Paulke und Jörn Kanitz - Zwiebelabend 1985.mp3 |
| Spätestens 1985 war es dann geschafft. Durch die Amiga Kleeblatt LP 14, worauf auch Wolfgang
mit den Stücken "Steppe" und "Frau in Blau" vertreten war, wurde er auch den Provinzlern im Sachsenlande bekannt. Diese LP wurde von mir 13-jährigem Spund sofort gekauft, auch wenn ehrlicherweise zuerst des Covers wegen, welches einen Prodigy, DX 7 und Sixtrak zeigte. Zwei Jahre später erschien dann noch die LP "Zeitklänge", auf welcher auch das Stück "Zeitmaschine" vorhanden war. Später, nach der Wende, erschien noch die Kompilation "Looking East" von Erdenklang, auf welcher Wolfgang mit dem Stück "Vision" vertreten ist. |
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| Frau in Blau.mp3 | Zeitmaschine.mp3 | Vision.mp3 |
| Allerdings waren die drei Stücke nicht das einzige Material. Zu diesem Zeitpunkt hätte es schon
für einige LPs gereicht. Wolfgang war so freundlich, mir auch seine 1985er Produktionen zu über- lassen, welche offiziell nie erschienen sind - hier die Premiere mit einer anderen Version von "Vision". |
| Traum Part I.mp3 | Traum Part II.mp3 | Vision.mp3 | ||
| Begegnung.mp3 | Disco.mp3 | Psycho.mp3 | ||
| Rollschuhtanz.mp3 | Spaziergang.mp3 | Weg des Wassers.mp3 | ||
| Galaxis Wave.mp3 | Matador.mp3 | Slap.mp3 |
| Nach und nach ( 1983 - 1988 ) wurde das Instrumentarium erweitert, es kamen Maschinen wie der
Yamaha CX5M Musikcomputer, TX 7, SPX 90, Roland D50 / 550 dazu, die CR 8000 wurde von einem Drumtraks von Sequential Circuits und einer RX 21L ( das L steht für Latin ) ersetzt, bis ich dann Wolfgang beim ersten "electronics" Konzert 1988 neben anderen Musikern live erleben durfte. Übrigens verkaufte Wolfgang seinen TX 7 und D 550 in exzellentem Zustand an Tobias. |
| Auf den beiden DVDs, welche dem TX 7 und dem D 550 beigelegt wurden, fand sich zudem noch ein
Video, welches 1990 entstand und sehr viel Ähnlichkeit mit dem ersten "electronics live" Konzert 1988 hat. Wolfgang hat zu diesem Zeitpunkt den CX5M als "Steuerzentrale" benutzt und mittels MIDI Sounds und Effekte automatisiert. Damit konnte er sich vollständig auf das Spielen konzentrieren. Mal sehen, ob ausser Daniel noch ein Besucher dieses Konzerts sich im Gästebuch einschreibt. Viel Spass beim Guggen ;) |
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| 412MB / 26.41min / MP4 Video |
| Wolfgang Paulke Video.mp4 |
| CD " Hugh A He" | CD " Musaré " | CD " To My Heard " | ||
| Blue Shit House.mp3 | Motions.mp3 | Fog.mp3 |
| CD " The Earth " |
| Chicka Chicka.mp3 | Deep Breath.mp3 | Sam.mp3 | The Earth.mp3 |
| Under Mountain Water Voice.mp3 |